Demokratie lebt vom Mitmachen. Viele Jugendliche haben aber den Eindruck, Politik habe mit ihrem Alltag nichts zu tun. Sie glauben, auf die Politik keinen Einfluss zu haben, und sind der Meinung, dass sich ihr Engagement nicht lohnt. Gleichzeitig sind Demokratie und Grundwerte nicht ungefährdet. Extreme politische Gruppen haben Zulauf, populistische Haltungen finden Zuspruch, vereinfachte Botschaften kommen an. Entsprechend braucht es Zugänge und Formate der politischen Bildung, insbesondere junge Menschen zu motivieren, sich mit politischen Fragen auseinanderzusetzen. So lassen sich demokratische Werte näherbringen und Jugendliche für die Teilhabe an der Gesellschaft begeistern.

Lernort Stadion nutzt die Fußballbegeisterung vieler Jugendlicher und verlegt politische Bildungsangebote an einen besonderen Ort: das Fußballstadion. Schulklassen und Jugendgruppen kommen für bis zu fünf Tage ins Stadion, um sich mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und den besonderen Lernort bei einer Stadionführung zu erkunden. Auf der Agenda stehen Themen wie Toleranz, Miteinander, FairPlay im Klassenraum, Antidiskriminierung, Gewaltprävention oder Homophobie.
Das Projekt richtet sich insbesondere an Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren – mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationsgeschichte, vor allem aus Haupt-, Real-, Gesamt- und Förderschulen. Neben Schulklassen besuchen auch Gruppen aus Jugendeinrichtungen und Jugend-Fußballmannschaften die Lernorte. Das Projekt will vor allem junge Menschen erreichen, die sich von klassischen Formaten der politischen Bildung wenig angesprochen fühlen oder negative Lernerfahrungen gemacht haben. Der Methodenmix, authentische Referent*innen, ein wertschätzendes Setting, Alltags- und Handlungsorientierung sind entscheidende Erfolgsfaktoren.


Aktuell gibt es bundesweit 33 Lernorte – und das Netzwerk wächst weiter. Dabei wird das Projekt auch wissenschaftlich begleitet: Das Zentrum für inklusive politische Bildung in Dresden arbeitet seit 2015 mit den Lernorten und hat Erkenntnisse dieses gemeinsamen Prozesses in einem Handbuch zusammengeführt. Alle Informationen zu inklusivem politischem Lernen im Stadion sind in einem barrierefreien Online-Handbuch festgehalten.
Initiiert wurde das Projekt im Jahr 2009 von der Robert Bosch Stiftung. 2010 stieg die Bundesliga Stiftung in die Förderung ein und ist seit 2017 Hauptförderin des Projekts. Vor Ort unterstützen die Proficlubs und die sozialpädagogischen Fanprojekte. Im Herbst 2014 gründete sich mit dem Lernort Stadion e.V. der wichtigste Partner, als Zusammenschluss der Lernorte und gemeinsames Gesicht nach außen.
Die Aktion Mensch förderte Lernort Stadion drei Jahre lang finanziell und steht weiterhin als inhaltlicher Kompetenzpartner zur Verfügung. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt den Lernort Stadion e.V. seit Anfang 2018 finanziell. Die Bundeszentrale für politische Bildung fördert jährliche Fortbildungsformate für die Referent*innen der Lernorte.

An insgesamt 33 bundesweiten Lernorten finden die Workshops und Projektwochen statt. Schulklassen und Jugendgruppen kommen meist für einen bis fünf Tage ins Stadion, setzen sich mit gesellschaftlichen Themen auseinander und erkunden den besonderen Lernort bei einer Stadionführung.

Stadien werden bundesweit in Lernorte verwandelt
Jugendliche haben seit 2009 von Lernort Stadion profitiert
Prozent der Jugendlichen würden das Projekt weiterempfehlen
Jugendliche werden nun jährlich erreicht

Projektmanager

Junior Projektmanager

Als Dach aller Lernorte setzt sich der Lernort Stadion e.V. mit Sitz in Berlin seit 2015 für „Bildung am Ball“ und das Lernort-Netzwerk ein.
